Seit einem Jahr arbeite ich in einer Baustelle – gezwungenermaßen. Der ganze Bürokomplex wird umgebaut, erneuert, es ging was verloren und kam auch was Neues dazu.
Es sind gute Nerven gefragt. Im Sommer zum Beispiel, bei 32 Grad Innen- wie Außentemperatur, ohne Möglichkeit das Fenster zu öffnen. Hätten wir schon können, aber dann wären uns die Ohren noch schneller abgefallen, von dem ganzen Baulärm. Schremm- und Stemmarbeiten, Steinboden wurde herausgrissen, Wände eingeschlagen, mehrmals täglich der Eingang verlegt. Es kam nicht nur einmal vor, dass wir nach Büroschluss woanders rausgingen als wir in der Früh unser Bürogebäude betraten. Im Büro selbst wurden Decken abgenommen, Sicherheitstürstöcke und -türen erneuert. Aufzüge und Wasserleitungen, Toiletten ohne vorherige Ankündigung einfach abgesperrt, Wände besprayt mit dem Versprechen, dies gleich (ja, sicher) in Ordnung zu bringen. Feuerschutzwände angedroht und irgendwann auch angeschraubt, unzählige Fehlalarme, die Garage gesperrt, unfreiwillig unter Wasser gesetzt, Türen zugemauert…. Eine unendliche Geschichte, die nun angeblich mit Ende April abgeschlossen sein soll. Nur um die Baustelle ins Nebengebäude zu verlegen.
Eines weiß ich gewiss: ich werde niemals ein Haus bauen! Ich lasse bauen und ziehe erst ein, wenn alles fix fertig ist.
Aber in Sachen Geduld und Humor war das für uns alle eine lehrreiche Zeit.